Damit man das sich vielleicht ein bisschen besser vorstellen kann, wie ich hier lebe, mal n ganz normaler Tag von mir:
Morgens um 7:15 aufstehn, dann bringt mir meine Mama immer Bananen-Shake und um 7:40 ruf ich mir n Taxi, was mich dann zu meiner Schule bringt. Das kostet dann 60 Cent. Dann hab ich vier Stunden Unterricht, dann 30 Minuten Pause. Da kauf ich mir immer für 10 Cent ne Flasche Cola und für 35 Cent Salchopapa (Pommes mit Würstchen) oder Sandwich, je nachdem, was es grad gibt. Für 1 Cent dann noch n Chicle (Kaugummi). In der Pause liegen wir immer auf ner Wiese, spielen Karten, chillen, gucken Fußball etc.
Danach geht’s dann weiter mit 4 Stunden Unterricht. Nach der Schule um 14h geht mein Schulweg an der deutschen Botschaft vorbei ... haha ich seh dann also immer schön die deutsche und die EU Fahne und ein kleines „Parken verboten“ Schild. Daneben ist ein kleiner Platz mit Park, an dem wir uns dann immer treffen. Dann legen wir uns da immer noch was in die Sonne, quatschen, lästern über den Schultag etc. Haha danach geh ich meistens mit meiner Cousine Andrea und zwei Jungs (Gabriel und Rodriguez) noch n Stück zu ner Stelle, wo es Truffis (Sammeltaxis für 15 Cent) nach Alto Obrajes gibt.
Zu Hause macht mir die Empleada dann immer Mittagessen, weil die Familie bei mir zu Mittag immer dann isst, wenn sie nach Hause kommen. Meistens ess ich dann mit meinen beiden kleinen Schwestern, weil die meistens um ungefähr die gleiche Zeit wie ich nach Hause kommen. Meine große Schwester und meine Eltern kommen meistens erst abends nach Hause.
Nachm Mittagessen treff ich mich deshalb meistens mit meinen Freunden. Wir gehen dann immer nach San Miguel (DAS Jugendviertel hier), am Prado (Die Hauptverkehrs- und Shoppingstraße hier) oder bei jemanden zu Hause.
Abends gibt’s eigentlich auch kein gemeinsames Abendessen, sondern jeder isst, wenn er nach Hause kommt.
Außer am Wochenende, da fahren wir nämlich meistens zum Mittag- oder Abendessen in die Stadt. Sonntags essen wir immer im kleinen Restaurant gegenüber, weil das meiner Tante gehört. Meine Tante hat ihr Kind ganz bescheiden „Jesús“ genannt ... na ja so heißen hier aber recht viele Kinder.
Abends gucken meistens meine Eltern mit meiner kleinen Schwester Leticia noch Fernsehn, während meine andere Schwester Anael Hausaufgaben macht. Ich setzt mich dann immer dazu, wegen „in die Familie integrieren“ haha ist aber meistens superlustig!
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2 Kommentare:
tja, so ein "parken verboten"-schild ist ja auch ein lustiger weg,sich ueber sein heimweh hinweg zu troesten. und was das familienleben angeht, da kann man ja nur hoffen, dass du deine ansprueche wieder was runterschraubst, wenn du nach bonn zurueck kommst - das wird schwer zu toppen zu sein. hier freun sich natuerlich trotzdem alle fuer dich!
Hi Gwenischatz,
vielen Dank für deine schönen Beschreibungen, mir fallen ja einige Steine vom Herzen, dass du auch noch ein Leben neben der Kriese und der Party hast!! ;-)))
Ich lese hier gerade das erste Mal, dass ihr eine Empleada, also eine Angestellte habt. Oder gibt's da noch mehr von? Was macht die denn alles bei Euch außer kochen? Nicht, dass du drüber völlig verlernst im Haushalt zu helfen ;-)). Aber das lernst du sicher schnell wieder ;-))))
Setzt du dich dann eigentlich beim Fernsehgucken oder beim Hausaufgabenmachen dazu? Wenn's lustig ist, vermute ich mal eher beim Glotzen. Was ist denn aus dem Fernsehverbot geworden, haben die das wieder aufgehoben?
Du siehst, trotz vieler Antworten, Fragen fallen mir immer noch ein!
Genieß die Zeit
LG Susanne
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